Normalerweise lassen wir niemanden an unsere Maschine. Am vergangenen Freitag haben wir jedoch eine Ausnahme gemacht: La Bohème aus Prag hat unsere Bar übernommen, und wir standen ausnahmsweise mal auf der anderen Seite der Theke.
Begrüßung mit Kaffee
Wer zur Tür hereinkam, hatte schneller einen Filterkaffee in der Hand, als er seine Jacke ablegen konnte. Die Baristi von La Bohème hatten gleich mehrere Kaffees im Gepäck, und genau das machte den Reiz aus: Erst wurde konzentriert probiert, dann neugierig zum Nachbarn geschielt. „Was hast Du denn da?” war wohl der meistgehörte Satz des Abends. Schöner kann man einen Raum voller Fremder kaum ins Gespräch bringen.
Zwei Espressi, zwei Charaktere
Ausgeschenkt hat La Bohème zwei Espressi, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
El Capitan ist der Alltagsheld der Prager: ein Blend aus Brasilien, Guatemala und El Salvador, mit etwas Robusta drin. Kakao, geröstete Erdnüsse, ein Hauch Marzipan und getrocknete Pflaumen, hinten raus dunkle Schokolade. Pur schon richtig gut, mit Milch fast noch besser. Genau der Espresso, den man jeden Morgen trinken kann, ohne dass er langweilig wird.
Uganda Sironko Natural war das Kontrastprogramm. Der Kaffee kommt von kleinen Familienfarmen an den Hängen des Mount Elgon, einem erloschenen Vulkan an der Grenze zu Kenia. Die Kirschen werden von Hand gepflückt und auf Hochbetten in der Sonne getrocknet. In der Tasse zeigt sich das sofort: Mango, dunkle Früchte, Rosinen und eine Süße, die fast an Wein erinnert. Darunter ein bisschen Kakao, damit’s nicht abhebt.
Unser Team hat sich übrigens nicht auf einen Favoriten einigen können. Die Diskussion läuft noch.
Cupping: Schlürfen erlaubt
Für viele war das Cupping der Höhepunkt des Nachmittags. Genau so verkosten Röstereien und Einkäufer weltweit ihre Kaffees: grob gemahlen, mit heißem Wasser aufgegossen, nach ein paar Minuten die Kruste aufbrechen und dann mit dem Löffel kräftig schlürfen. Was nach schlechten Manieren klingt, hat einen guten Grund: Der Kaffee verteilt sich fein im Mund, und man schmeckt deutlich mehr. Anfangs haben sich noch alle ein wenig geziert. Am Ende war es ziemlich laut.
...und dann wurde geredet
Am meisten gefreut hat uns, wie viel Zeit sich das La-Bohème-Team für jeden Einzelnen genommen hat. Da wurde über Röstprofile gefachsimpelt, über Prag geplaudert und so mancher Tipp für die Küche zu Hause weitergegeben. Ob Mahlgrad, Brühzeit oder die schönsten Cafés an der Moldau: Keine Frage blieb unbeantwortet. Einige von Euch sind länger geblieben als geplant. Genau so soll es sein.
Bis zum nächsten Mal
Danke an alle, die da waren, und natürlich an La Bohème. Děkujeme! Das Reel zum Tag findet Ihr auf Instagram. Schreibt uns dort gern, wie’s Euch gefallen hat und ob wir sowas öfter machen sollen. Wir hätten da schon die eine oder andere Rösterei im Kopf…
Häufig gestellte Fragen
Beim La Bohème Takeover übernahm die Prager Rösterei La Bohème für einen Abend die Bar der Espressonisten in Berlin und schenkte verschiedene Kaffees aus.
Ausgeschenkt wurden unter anderem der Espresso El Capitan sowie Uganda Sironko Natural, ein fruchtiger Natural-Kaffee von kleinen Familienfarmen am Mount Elgon.
El Capitan ist ein Blend aus Brasilien, Guatemala und El Salvador mit etwas Robusta. Er schmeckt nach Kakao, gerösteten Erdnüssen, Marzipan, Pflaumen und dunkler Schokolade.
Uganda Sironko Natural zeigt Noten von Mango, dunklen Früchten, Rosinen und weinartiger Süße, ergänzt durch eine leichte Kakaonote.
Cupping ist eine professionelle Kaffeeverkostung. Grob gemahlener Kaffee wird mit heißem Wasser aufgegossen, die Kruste wird aufgebrochen und der Kaffee wird mit dem Löffel geschlürft.
Durch kräftiges Schlürfen verteilt sich der Kaffee fein im Mund und über die Nase. So lassen sich Aromen, Süße, Säure und Körper besser wahrnehmen.
Eindrücke vom Tag gibt es als Reel auf Instagram. Dort können Besucher auch Feedback geben und mitteilen, ob solche Takeover öfter stattfinden sollen.